Traben Trarbach

Idyllisch eingebettet zwischen Wälder und Weinbergen liegt Traben Trarbach zu beiden Seiten der Mosel, die hier eine besonders enge Schleife zieht. Eine ganz besondere Geschichte hat dieses kleine Städtchen zu bieten, avancierte es doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur zweitgrößten Weinhandelsstadt Europas, gleich nach Bordeaux. Als protestantische Enklave inmitten der anderen, katholischen Moselstädte, profitierte es von besten Beziehungen zu Preußen. Die Nachfrage nach Riesling-Weinen war außergewöhnlich groß. So verhalf der Weinhandel der Stadt zu beträchtlichem Wohlstand und Ansehen. Aus dieser Zeit stammen die zahlreichen wunderschönen Jugendstilbauten, die Traben Trarbach ein ganz besonders charmantes Flair verleihen.
Erst 1904 wurden die beiden Gemeinden Traben und Trarbach vereint, eine Brückenverbindung zwischen den beiden Moselufern wurde erforderlich. Der Berliner Architekt Bruno Möhring erstellte die Brückenpläne, ebenfalls von ihm stammt das markante Brückentorhaus, das Wahrzeichen von Traben Trarbach. Um dem steigenden Platzbedarf für die Weine nachzukommen, wurden große Teile der Stadt mit riesigen Gewölben unterkellert. Heute können diese Keller unter dem Stichwort „Ausflüge in die Unterwelt“ an jedem letzten Freitag eines Monats besichtigt werden, Weinprobe auf Wunsch inklusive. Dabei steigt der Besucher nicht nur hinab in die kühle Dämmerung der Gewölbe, sondern erfährt auch so einiges über die gesamte Geschichte des Weinbaus im Allgemeinen und des Rieslings im Besonderen. Wer noch mehr über diesen edlen Wein erfahren möchte, dem wird die Traben-Trarbacher Riesling-Route empfohlen.
Einer der Höhepunkte im Weinjahr ist natürlich die Wahl der Stadtweinkönigin, die traditionell am Jakobstag, am letzten Wochenende im Juli, stattfindet. Begleitet von einem prächtigen Rahmenprogramm wird die neue Weinkönigin, deren Identität bis zuletzt ein gut gehütetes Geheimnis ist, gekrönt. Rund um den Wein geht es ebenfalls bei zahlreichen anderen Veranstaltungen wie den Hoffesten auf verschiedenen Weingütern, dem Moselwein-Festival, dem fröhlichen Weinmarkt oder dem Federweißer-Fest.

Aber nicht nur Weinliebhaber fühlen sich in dieser entzückenden Moselstadt wohl, auch Geschichtsinteressierte kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Beeindruckend ist ein Besuch der Festungsruine Mont Royal, die 1687 vom französischen König Ludwig XIV. errichtet wurde. Erhalten geblieben sind leider nur wenige Überreste der mächtigen Mauern, die einst Platz für 12.000 Soldaten und 3.000 Pferde boten. Das Mittelmoselmuseum enthält weitere Ausgrabungsstücke und Pläne der Anlage. Noch älter, doch leider ebenso zerstört ist die Ruine Grevenburg, die im 14. Jh. der Sitz der Grafen von Sponheim war. Dennoch lohnt sich der Aufstieg. Der Wanderer wird mit einem fantastischen Ausblick über die Mosellandschaft belohnt und kann sich am Ende in der Burggaststätte stärken.
Überhaupt finden hier Wanderfreunde und sportlich Aktive reichlich Gelegenheit, sich zu betätigen. Viele Wander- und Radwege führen entlang der Mosel zu immer wieder beeindruckenden Aussichtspunkten, wer Lust auf etwas mehr Action hat, besucht den Mosel Adventure Forest. Hier, hoch in den Baumkronen, werden Mut, Geschicklichkeit und Teamfähigkeit getestet, für Groß und Klein ein unvergessliches Erlebnis. Und die ganz Abenteuerlustigen steigen in ein kleines Segelflugzeug und starten einen Rundflug über Stadt und Moselschleife. Nach einem aufregenden Tag an der frischen Luft bietet dann die Moseltherme Entspannung in großzügiger Badelandschaft mit Sauna und Wellnessbereich.
Wechselnde Ausstellungen bereichern die Museumslandschaft, die unter anderem ein Haus der Ikonen, ein Puppenmuseum und ein Buddha-Museum aufzuweisen hat. Und für zeitgenössische Kunst ist der Bildhauer Jürgen Waxweiler zuständig, der in Trarbach sein Atelier hat und dessen Werke im Skulpturengarten zu besichtigen sind.
